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Wir glauben an ein Festival der gelebten Gegenwart

Veröffentlicht am 16.06.2025

Wir glauben an ein Festival der gelebten Gegenwart.
Ein Festival, das den Körper einbezieht, das Denken aufrüttelt und unsere Art, in der Welt zu sein, infrage stellt.

Wir glauben an eine Form von Intelligenz, die über Empfindung und Emotion wirkt.
Nicht die Kunst des logischen Denkens, sondern die der Erschütterung.
Die etwas in uns weckt, das älter ist als das Wort: Instinkt, das Heilige, den Impuls.
Sie hält unserer Zeit den Spiegel vor, spürt ihre Risse und ihre Abgründe auf.
Und erzählt – wie in feiner Filigranarbeit – wer wir sind.
Vielleicht, wenn sie es wagt, erahnt sie sogar, wer wir sein könnten.
Und genau dort beginnt ihre politische Kraft.

Wie bei unserer Ernennung angekündigt, haben wir ein dreijähriges künstlerisches Projekt gewählt: Die Trilogie der Leidenschaft.
Ein innerer Weg, der 2025 mit Der Aufruhr beginnt – eine Einladung, die eigene Rebellion zu hinterfragen, sich zu dekonstruieren und sich wieder zu verwildern.
2026 wird das Jahr des Horizonts, geprägt von Zweifeln und Klarblick.
2027 schließlich steht im Zeichen der Versöhnung – als müssten wir unsere Menschlichkeit neu zähmen, um die der Welt besser umarmen zu können.

Ein großes internationales Tanzfestival zu sein, bedeutet Brücken zu schlagen.
Brücken zwischen Regionen, Kulturen, Handschriften – zwischen Intimem und Kollektivem, zwischen Wissen und Volk, zwischen dem Hier und dem Anderswo.
Internationalität beginnt für uns bei der Kraft einer regionalen Szene, im Elan der Künstler:innen eines bestimmten Ortes.
Für uns ist international nicht das Weite, sondern ein Resonanzraum.
Ein Raum, in dem die Stimmen der Welt auf unseren Bühnen hörbar werden – und unsere Stimmen hinausgetragen werden in die Welt.
Internationalität bedeutet: aufnehmen, verweben, verbinden.
Bedeutet, sich durchdringen zu lassen und sich verändern zu lassen.
Doch diese Brücken sind beweglich.
Sie verlangen den Mut zum Ungleichgewicht, zur Bewegung, zur Offenheit gegenüber der Welt – bis sie uns verwandelt.

Ist das nicht letztlich das Wesen des Tanzes?
Eine Kraft des Gleichgewichts, geboren aus dem Ungleichgewicht.
Eine Bewegung hin zum Anderen, zu sich selbst, in die Zukunft.
Tanz ist Schrift. Und Schreiben ist Denken.
Körperwissen ist niemals eindeutig – besonders nicht, wenn es aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kunst und Wissenschaft stammt.

Ich möchte allen danken, die dieses Abenteuer möglich machen.
Mehr als 160 Künstler:innen und Choreograf:innen haben auf unseren Aufruf reagiert – mit Visionen, Impulsen und kraftvollen Gesten.
Rund 70 Techniker:innen und Bühnenprofis – Bühnenmeister, Inspizient:innen, Licht- und Tontechniker:innen – arbeiten mit Sorgfalt und Hingabe Tag für Tag.
An ihrer Seite: ein treues Team von 30 Mitarbeiter:innen der Stiftung Haydn und von Bolzano Danza, die das Projekt mit beispielhaftem Einsatz tragen.
Und schließlich ein großer Dank an unsere 30 institutionellen und technischen Partner – ohne sie wäre all das nicht möglich.

Allen ein tief empfundenes Danke für ihr Vertrauen und ihr Engagement.
Ein Geist, der tanzt – in einem Körper, der tanzt – für eine Gemeinschaft, die tanzt.

Be Bold.
Be Bolzano Danza.

 

Anouk Aspisi & Olivier Dubois